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Photovoltaik
Brandbekämpfung von Photovoltaikanlagen

Am gestrigen Montag konnte der Huder Ortsbrandmeister Heiko Henjes zwei Gäste beim Dienstabend der Freiwilligen Feuerwehr Hude begrüßen. Stephan Schneider und Andreas Wiertzema von der Firma INNOFERM GmbH (Energiesysteme) referierten über die richtigen Verhaltensweisen beim Brand von Photovoltaikanlagen (nachfolgend PV-A genannt).
Zuerst erklärten die Referenten, woraus PV-A überhaupt bestehen und wie sie dem Stromkreis in einem Haus angeschlossen sind. Alle Anlagen haben einen sogenannten Wechselrichter, der den Solarstrom dem Stromkreis des Hauses zuführt. Viele Anlagen haben an diesem Wechselrichter schon eine Trennstelle, die mit einem Handgriff die Solaranlage vom Stromkreis des Hauses trennen kann. Doch dies ist nicht der Regelfall. Oft gibt es diese Trennstelle nicht und im Schadensfall wird trotzdem immer weiter Strom produziert, solange die Solarmodule nicht komplett beschädigt sind.
Außerdem sind nicht alle Solarmodule aus dem gleichen Material hergestellt. Hauptsächlich bestehen die Module aus den nicht brennbaren Stoffen Glas, Silizium und Aluminium sowie aus den entflammbaren Stoffen Harz und verschiedenen Kunststoffen. Solarmodule haben die Brandschutzklasse 1. Ältere Module bestehen zudem aus Kadmium. Kadmium ist ein Schadstoff, der mit Hautkontakt zu Vergiftungen führt. Gelangt Kadmium zum Beispiel durch Löschwasser ins Erdreich, muß dieses mindestens 3m tief ausgekoffert werden.
Auch verschiedene Verarbeitungen von Glas in den Modulen bergen Gefahren. Nicht gerahmte Module bersten bei Feuer leicht. Dies ist eine weitere große Gefahr für Einsatzkräfte.
Außerdem sind die Isolierungen der stromführenden Leitungen sowie der Wechselrichter brennbar. Wenn diese durch Rauchentwicklung nicht sofort erkennbar sind, entsteht wegen des immer weiter fließenden Stroms eine weitere Gefahr.
Ein Solarmodul läßt sich nicht ausschalten und produziert selbst bei Dunkelheit noch Strom. Ein Abdecken der Module mit Löschschaum ist nur für kurze Zeit möglich, da sie Glasplatten der Module mit einem sogenannten Lotuseffekt behandelt sind und der Löschschaum schnell abrutscht. Auch die Neigung des Daches begünstigt natürlich immer das Abrutschen von Schaum.
Im Einsatzfall gilt also äußerste Vorsicht, da immer davon ausgegangen werden muß, dass ein Haus eine PV-A hat.
Beim Brand eines Hauses mit PV-A sollte immer ein Mindestabstand zu den Modulen gehalten werden, da Glassplitter berstender Module bis zu 150m weit fliegen können. Außerdem besteht die Gefahr dass die Module auch im Ganzen vom Dach rutschen.
Außerdem sollte immer sofort Fachpersonal beim Brand einer PV-A hinzugezogen werden.
Es gilt erhöhte Vorsicht beim Löschen, da brennende Leitungen und Module immer noch Strom führen können. Beim Löschen mit Sprühstrahl ist ein Mindestabstand von 1m pro 1000 Volt Spannung einzuhalten. Bei der Brandbekämpfung mit Vollstrahl muß mindestens ein Abstand von 5m eingehalten werden.
Allen Hauseigentümern mit PV-A ist zu raten, am Haus eine Warntafel anzubringen, auf der klar zu lesen ist, dass es eine Anlage gibt und um was für einen Typ es sich dabei handelt.
Da Deutschland das Land mit den meisten, ans Stromnetz angeschlossenen, PV-A ist, werden auf die Feuerwehren im Land immer mehr Brände zukommen, bei denen PV-A involviert sind. Deshalb ist es für alle Feuerwehren wichtig, sich mit diesem Thema zu befassen.
Nach Ende des Vortrags bedankte sich Heiko Henjes bei Herrn Schneider und Herrn Wiertzema für den lehrreichen Abend und ist froh, dass nun alle Kameradinnen und Kameraden wissen, womit sie es im Einsatzfall zu tun haben.
(Natürlich gab es zu diesem Thema noch viel mehr zu sagen, hier sind lediglich die wichtigsten Punkte aufgeführt).

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